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2006

17. März 2006

Volksbank Gruppe: Freundliche Stimmung an den Börsen

Die internationalen Aktienmärkte haben in der vergangenen Woche mehrheitlich zugelegt, berichtet die Volksbank Gruppe in ihrem wöchentlichen Finanzmarktkommentar. Es waren vor allem die Meldungen zu den großen Übernahmen, die Impulse lieferten, wie das Übernahmeangebot der US-Technologiebörse Nasdaq an die Londoner Börse sowie des Pharma- und Spezialchemiekonzerns Merck an den Konkurrenten Schering. Aber auch die Veröffentlichung von guten Unternehmenszahlen (Goldman Sachs, Sears) sowie die gestiegene Wahrscheinlichkeit eines nahen Endes des US-Leitzinsanhebungszyklus trugen zur positiven Stimmung bei. Auf Wochensicht rechnen die Analysten mit einem Anhalten der freundlichen Stimmung und mehrheitlich leichten Kurssteigerungen.

Der US-Dollar hat sich gegenüber dem Euro mit der Veröffentlichung von schwachen US-Wirtschafts- bzw. Inflationsdaten abgeschwächt. Zusätzlich wurde die US-Währung durch die jüngsten Kapitalflussdaten belastet. Die Netto-Kapitalzuflüsse in die USA, die zum Kauf von Wertpapieren verwendet wurden, sind zwar im Januar auf USD 66,0 Mrd (Dezember: USD 53,8 Mrd) angestiegen, sie waren damit aber zum zweiten Mal in Folge niedriger als das Handelsbilanzdefizit (Januar: USD 68,5 Mrd; Dezember: USD 65,1 Mrd). Letzteres bildet den weitaus größten Teil des Leistungsbilanzdefizits. Obwohl keine Direktinvestitionen berücksichtigt werden gilt die Zahl als wichtiger Indikator zur Beurteilung, ob die Kapitalzuflüsse ausreichen, um das Leistungsbilanzdefizit zu finanzieren. Auch beim Dollar im Verhältnis zum Euro erwartet die Volksbank Gruppe in den nächsten Tagen eine Seitwärtsentwicklung.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat in der vergangenen Woche ihr Zielband für den Dreimonats-Libor um 25 Basispunkte auf 0,75 bis 1,75 Prozent angehoben. Nach Einschätzung der SNB hat die Konjunktur zuletzt weiter an Stärke gewonnen. Verläuft die wirtschaftliche Entwicklung weiterhin wie von der SNB erwartet, wird die Nationalbank die Anpassung ihres geldpolitischen Kurses graduell weiterführen. Auf eine rasche Aufwertung des Frankens würde sie angemessen reagieren.
Die Anleiherenditen tendierten in der Eurozone seitwärts. Nach dem kräftigen Anstieg in der Vorwoche kam es bei den US-Renditen in den letzten Tagen durch mehrheitlich schwache US-Wirtschaftsdaten zu einer Gegenbewegung. Auf Wochensicht erwarten die Analysten – im Vorfeld der nächsten US-Leitzinsentscheidung am 28. März und der Veröffentlichung einer nur geringen Zahl von wichtigen Wirtschaftsdaten -  wenig Veränderung bei den Renditen in den USA und der Eurozone.

Die US-Unternehmen haben in Februar mehr Stellen geschaffen als erwartet. Die Zahl der Arbeitsplätze außerhalb der Landwirtschaft stieg um 243.000 (Markterwartung: 210.000). Der Vormonatswert wurde von ursprünglich 193.000 auf 170.000 nach unten revidiert. Die Arbeitslosenrate erhöhte sich im Februar - bedingt durch ein gestiegenes Arbeitskräftepotential - auf 4,8 Prozent (Januar: 4,7 Prozent). Der Umsatz der US-Einzelhändler ist im Februar vor allem wegen niedrigerer Autoabsatzzahlen um 1,3 Prozent (Januar: +2,9 Prozent) gesunken. Die US-Wirtschaft ist im Januar und Februar gemäß dem jüngsten Konjunkturbericht der US-Notenbank (Beige Book) weiter gewachsen. Die Unternehmen meldeten zwar gestiegene Lohnkosten sowie Kosten für Energie, Asphalt und Zement. Im Einzelhandel fielen die Preissteigerungen jedoch moderat aus. Auch die  jüngsten Zahlen zu den US-Verbraucherpreisen  (Februar: 0,1 Prozent; Januar: 0,7 Prozent) bestätigten diese Entwicklung. Das Wachstum des Verarbeitenden Gewerbes der Region um Philadelphia, die als Indikator für die landesweite Entwicklung gilt, hat sich im März abgeschwächt. Der entsprechende Konjunkturindex der Notenbank von Philadelphia ist auf 12,3 Punkte (Februar: 15,4 Punkte) zurückgegangen. Das US-Leistungsbilanzdefizit weitete sich im vierten Quartal 2005 auf einen Rekordwert von USD 224,9 Mrd (Q3: USD 185,4 Mrd) aus.

 

Research-Team der Volksbank Gruppe

Dipl.-Vw. Uta Pock: Tel. +43-1-53135-531; Mag. Friedrich Glechner, CFA: Tel. +43-1-53135-684; Mag. Mario Wattaul: +43-1-53135-403; Dana Kharchenko, MBA
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